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Donnerstag, 08. Mai 2014

Ratspolitiker äußern sich skeptisch zur Realisierung des Vier-Sterne-Hauses in 1-A-Lage

Von Peter Steinert

Bad Oeynhausen. Es wird knapp für das Parkhotel, das eine Investorengruppe auf dem Areal der ehemaligen Kurverwaltung errichten möchte. In nicht öffentlicher Sitzung stimmte der Betriebsausschuss an diesem Dienstag für die Kündigung eines Vertrags mit den Interessenten und hält damit eine Frist ein, die Ende Juni ausgelaufen wäre. Offenbar sind die Ausschussmitglieder nicht mehr davon überzeugt, dass das Vier-Sterne-Haus in 1-A-Lage realisierbar ist.

Anlass zur Skepsis gab es mehrfach. Unter anderem wurden Forderungen der Stadt über 90.000 Euro Grundsteuer für das im Juni 2012 erworbene Grundstück nicht beglichen. Zudem war der Startschuss immer wieder verschoben worden, so dass eine bis auf Ende April 2014 datierte Abrissgenehmigung für die Kurverwaltung ausgelaufen und jetzt von Staatsbad Betriebsleiter Dirk Henschel vorsorglich um ein Jahr verlängert worden war.

Von Anfang an haperte es an der Finanzierung. Verantwortlich dafür zeichnete die Bremer Ventafonds GmbH, die zuletzt einen Käufer für die Gesellschaft "Renditefonds Parkhotel Bad Oeynhausen" suchten. Deren Geschäftsführender Gesellschafter Oskar Edler von Schickh lancierte pünktlich zur jüngsten Ausschusssitzung die Meldung, wonach eine Investorengruppe ihr Interesse signalisiert habe und bei dem Bad Oeynhausener Projekt einsteigen wolle. Ausschuss- und Ratsmitglieder zeigten sich gestern von dieser Aussage überrascht.

Wie mehrfach berichtet, hatte die Bremer Fondsgesellschaft Ventafonds GmbH Probleme, das auf insgesamt 16 Millionen Euro veranschlagte Projekt zum Bau eines Vier-Sterne-Hotels zu finanzieren. In den vergangenen Monaten hieß es wiederholt, dass Ventafonds das Bad Oeynhausener Finanzierungsmodell in andere Hände geben wollte.

Die politischen Gremien der Kurstadt sehen das Hotel-Projekt zunehmend kritisch. Dr. Olaf Winkelmann (SPD) zur jüngsten Entwicklung: "Ich denke, dass die Stadt gut beraten ist, wenn die Fristen eingehalten werden, um finanzielle Schäden abzuwenden."

Kurt Nagel (CDU): "Da der Ausschuss das so eingleitet hat, ist das so in Ordnung. Die Zukunft des Parkhotels ist höchst ungewiss."

Reiner Barg (BBO, Bürger für Bad Oeynhausen) suchte am gestrigen Mittwochabend Aufklärung im Rat. Der Antrag dazu wurde mehrheitlich abgelehnt. Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann berief sich auf die Nichtöffentlichkeit im Betriebsausschuss. Reiner Barg durfte sich dennoch bestätigt fühlen. Schon im März 2013 prophezeite er: "Das Kapitel Hotel ist abgehakt. Aber das war es eigentlich schon von Anfang an." Ähnlich formulierte es gestern Abend im großen Sitzungssaal des Rathauses Friedrich-Wilhelm-Ober-Sundermeyer (FDP): "Ich glaube der ganzen Sache nicht mehr. Für mich ist das Hotel gestorben."

© 2014 NEUE WESTFÄLISCHE - Bad Oeynhausener Kurier vom 08.05.2014