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Pressemeldungen - Neue Westfälische - Rekommunalisierung Strom/Gas PDF Drucken E-Mail
Licht am Horizont für die Übernahme des Eon-Stromnetzes
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Mittwoch, 07. November 2012
Bürgermeister informiert am heutigen Mittwoch in nicht-öffentlicher Ratssitzung über Verhandlungen

Von Hartmut Braun und Peter Steinert
Bad Oeynhausen. Die Spannung steigt: Beteiligt sich die Kurstadt am rekommunalisierten Stromnetz des Energieversorgers Eon (die NW berichtete)? Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann gibt sich vorsichtig optimistisch: „Das, was man uns anbietet, ist so interessant, dass Bad Oeynhausen die Anteile hält und gegebenenfalls aufstockt.“ Am Geld werde es nicht scheitern. Von einer „attraktiven Finanzierung“ spricht das Stadtoberhaupt und nennt eine „Vertaulichkeitsvereinbarung“ für seine Zurückhaltung.

Mueller-Zahlmann ist einer von 37 Bürgermeistern gewesen, die am Montag erfuhren, was der Netzbetreiber Eon Westfalen-Weser (EWA) Wert ist und wie EWA zurück in die Region geholt werden kann.

Auf einen Betrag von 700 Millionen Euro (Stichtag 1.1.2011) haben sich die Gutachter verständigt. Weil die EWA zu 37 Prozent den Kommunen schon gehört, müssen Städte, Gemeinden und Kreise zusammen 440 Millionen Euro für den Rückkauf auf den Tisch legen.

Inzwischen ist klar, was im EWA-Kaufpreis drin ist – nämlich vor allem die Leitungen. Neben 31.400 Kilometer Stromnetz sind das die Erdgas- und Wassernetze in Paderborn und Minden. Nicht im Paket ist die EWA-Vertriebsgesellschaft. Sie wird für 216 Millionen Euro an die Eon AG verkauft. Bad Oeynhausen als jetziger 1,24-Prozent-Eigner kassiert etwa 2,6 Millionen, die in einen Zukauf investiert werden könnten.

Das von der Kanzlei Becker, Büttner, Held (BBH) ausgetüftelte – bisher nicht öffentliche – Konzept klingt verlockend. Danach müssten einstiegswillige Kommunen wie Bad Oeynhausen nur zehn Prozent des Kaufpreises direkt aufbringen. 90 Prozent würden von der Netzgesellschaft als Darlehen aufgenommen – und 25 Jahre aus deren Gewinnen finanziert. Die Gutachter sagen der Netzgesellschaft über diesen Zeitraum eine durchschnittliche Rendite von acht Prozent voraus.

Wird der jetzt eingeschlagene Weg eingehalten, dann erhält eine Anfang Februar 2012 vorgestellte Kooperation der Stadtwerke Bad Oeynhausen, Löhne und Vlotho mit dem Ziel eines gemeinsamen Strom- und Gas-Vertriebs deutlich mehr Gewicht, zumal die Bad Oeynhausener (Strom)-Netzanteile die heimischen Stadtwerke halten.

Raus aus diesem Geschäft wäre dann die Gelsenwasser Netz (GWN) der Westfalica. Pressesprecherin Heidrun Becker: „Unabhängig vom Verkauf der EWA-Anteile und der Diskussion um mögliche Regionalwerke haben Löhne und Bad Oeynhausen ihre auslaufenden Strom- und Gaskonzessionen öffentlich ausgeschrieben. An diesem Ausschreibungsverfahren beteiligt sich auch die GWN. Im Rahmen dieses Prozesses werden wir den beiden Städten einen attraktiven Konzessionsvertrag anbieten. Darüber hinaus sind wir offen für mögliche gemeinsame Unternehmensmodelle mit den beiden Kommunen.“

Bis zum März sollen alle EWA-Verträge unterschriftsreif sein. Schon am heutigen Mittwoch will Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann die Eckdaten der Verhandlungen in nicht-öffentlicher Ratssitzung vorstellen. „Bis Weihnachten soll sich der Rat damit befasst haben“, sagt Mueller-Zahlmann, der auf die Sicherung der Arbeitsplätze hinweist. Wie die im Umspannwerk in Rehme.

Oder die im Energie-Forum-Innovation (EFI). Eben dort, wo nach der Aufstockung der Eon-Anteile am damaligen EMR zunächst von 25,1 Prozent (2001) und dann auf 55,1 Prozent (2002) das „Aus“ vom kommunalen Energieversorger besiegelt worden war.

© 2012 NEUE WESTFÄLISCHE - Bad Oeynhausener Kurier vom 7.11.2012