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Flutmuldenbrücke vor dem Abriss
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Samstag, 25. Januar 2014

Bagger rücken im Herbst an der Schützenbrücke an / Bahnbrücke Oberbecksener Straße folgt 2016

Von Nicole Sielermann

Bad Oeynhausen. Doppelter Stillstand in der Stadt. Zuerst wird in diesem Herbst die Schützenbrücke neu gebaut, gut anderthalb Jahre später folgt dann die Flutmulden-Brücke Eidinghausener Straße. Für die Stadt heißt das: Vollsperrung. Zuerst im Süden, dann im Norden. Und es folgen weitere Brücken: zum Beispiel die Eisenbahnbrücke Oberbecksener Straße. Oder die Fußgänger- und Radfahrerbrücke am Sielwehr.

Seit Sommer wird die Brücke über die Flutmulde abgestützt. Sie war in einem so maroden Zustand, dass Straßen NRW sie als einsturzgefährdet einstufte (die NW berichtete). Weshalb sie mittels Stützpfeilern gesichert wird und für Lastwagen über 16 Tonnen Tabu ist. "Eine weitere Sanierung der Brücke lohnt nicht und wäre viel teurer als ein Neubau", erklärte Sven Johanning, Pressesprecher Straßen NRW, auf Anfrage der NW. Derzeit wird an den Plänen gearbeitet, Kosten und die Frage nach einer Behelfsbrücke während der Bauzeit können noch nicht beantwortet werden. "Wir wollen die Brücke aber 2016 erneuern."

Während die Bauzeit an der Eidinghausener Straße für mehrere Monate veranschlagt ist, ist die Vorgabe bei der zweiten wichtigen Nord-Süd-Verbindung eine andere: "Die Bauzeit darf nicht länger als zwei bis drei Monate dauern." Was der Fachbereichsleiter für Bauen und Planen bei der Stadt, Arnold Reeker, als Ziel vorgibt, ist keine leichte Aufgabe. Wenn im Herbst mit dem Abriss der maroden Schützenbrücke begonnen wird, muss der Zeitplan passen. Schließlich führt die Schützenbrücke über die Südbahn - und ist zugleich eine der wichtigsten Verbindungen in den Süden der Stadt.

Im Dezember 2012 wurde die Schützenbrücke überprüft. Das Urteil vernichtend: durchgefallen (wir berichteten). Zu groß sind die Schäden am Unterbau. Der Kern des Bauwerks stammt aus dem Jahr 1937, saniert wurde sie erst- und letztmals 1982. Reeker: "Die breiten Geh- und Radwege, die 2000 zur Landesgartenschau entstanden sind, sind nicht betroffen."

600.000 Euro hat die Stadt für den Neubau im laufenden Haushalt einkalkuliert, noch einmal 100.000 Euro kommen für den Abriss der alten Brücke hinzu. Ob sich die Deutsche Bahn finanziell beteiligt, ist noch unklar. Reeker: "Das wird derzeit geklärt." Fest steht aber, dass die Baukosten schon jetzt 200.000 Euro über den geschätzten Kosten liegen.

"Der Neubau der Schützenbrücke muss gut koordiniert sein", betont Reeker. Wenn die alte Brücke weg sei, müsse die neue sofort an Ort und Stelle kommen. "Wir wollen schließlich die Sperrung möglichst kurz halten." Denn die Schützenbrücke sei eine wichtige Verbindung: "Davon haben wir nicht so viele." Zudem muss tagsüber auch der Bahnverkehr auf der Südbahntrasse weiter laufen. "Weshalb nachts gearbeitet wird", so Reeker. Das beeinflusse die Bauzeiten und erfordere einen hohen Abstimmungsbedarf mit Bahn und Baufirma.

Die zweite große - marode - Brücke über die Bahnstrecke steht an der Oberbecksener Straße. "Dort haben die Gutachter sich klar für einen Neubau ausgesprochen." Und: "Die Bahn muss sich an den Kosten beteiligen - weil der Abstand zwischen Gleiskante und Widerlager nicht ausreichen." Zurzeit wird an einem Entwurf für die neue Brücke gefeilt, 2016 bis 2017 soll sie gebaut werden. "Die Sperrung wird deutlich komplizierter als an der Schützenbrücke - weil die Nordbahnlinie auch nachts befahren wird." Da müssen Änderungen in die Fahrpläne übernommen werden - wofür es bei der Bahn ein Jahr Vorlauf braucht. "Der Vorteil ist, dass die Oberbecksener Straße für den Autoverkehr nicht ganz so bedeutsam, wie die Schützenstraße und somit die Sperrung besser zu handhaben ist."

Letzte im Bunde der maroden Bauwerke ist die Sielbrücke. Die hat noch kurz vor Weihnachten für 10.000 Euro ein neues provisorisches Geländer bekommen. "Auch an die müssen wir ran", sagt Reeker. Hier rechne sich ebenfalls nur ein Neubau. Anderes sei nicht wirtschaftlich. Laut Schätzungen würde der neue Brückenschlag bis zu 1,2 Millionen Euro kosten. "Aber nicht mehr 2014." Und auch nicht, ohne eine vernünftige Gesamt-Planung fürs Sielwehr.

© 2014 NEUE WESTFÄLISCHE - Bad Oeynhausener Kurier vom 25.01.2014